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Dokument 41

Titel: Reduzierte Anzahl neuraler Vorläuferzellen und kortikale Neurogenese bei Meerschweinchen, die vor der Geburt mit Toxoplasma gondii infiziert wurden
Hintergrund: Es wird untersucht, wie sich eine Toxoplasmose-Infektion während der Schwangerschaft auf die Entwicklung des Gehirns ungeborener Meerschweinchen auswirkt.
Tiere: 70 Tiere verschiedener Arten (mindestens 18 Meerschweinchen, mindestens 52 Meerschweinchen-Embryonen, unbekannte Anzahl Katzen)
Jahr: 2023

Versuchsbeschreibung: Die Versuche an Meerschweinchen werden durch die Landesdirektion Sachsen unter der Nummer TVV 45/17, DD24.1-5131./390/47 genehmigt. Die Versuche an Katzen werden vom Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit LAVES unter der Nummer 33.19-42502-05-17A206 genehmigt.

Am Institut für Parasitologie der Tierärztlichen Hochschule Hannover werden Katzen mit Gehirn, Muskel, Leber und Milz von mit Toxoplasmen infizierten Meerschweinchen gefüttert. Dadurch werden die Katzen infiziert und scheiden in ihrem Kot Toxoplasmen-Eier (sogenannte Oozyten) aus. Die Oozyten werden aus dem Kot der Tiere gewonnen.

Die 18 Meerschweinchen sind weiblich, zwischen 3 und 6 Monaten alt, stammen aus der Versuchstierzucht Charles River Laboratories (Ecully, Frankreich) und werden am Institut für Parasitologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig gehalten. Es werden jeweils zwei Meerschweinchen in einem Drahtkäfig der Maße 50 × 70 × 50 cm gehalten.

Der hormonelle Zyklus der Meerschweinchen wird synchronisiert. Dafür wird ihnen 15 Tage lang täglich ein Hormon oral verabreicht, vermutlich geschieht dies mit einer Schlundsonde. Zwei Tage nach Ende der Hormonbehandlung werden die weiblichen Meerschweinchen 4 Tage lang in Gruppen von jeweils 4 Weibchen zusammen mit einem männlichen Meerschweinchen gehalten, damit sich die Tiere paaren. Die Schwangerschaft wird in der Tierarztpraxis Raqué (Leipzig) mittels Ultraschalluntersuchung bestätigt.

Den Meerschweinchen wird am 23. Tag der Schwangerschaft Blut aus einer Vene entnommen. Dann wird der Hälfte der Meerschweinchen Eier von Toxoplasmose-Parasiten, die aus dem Kot der infizierten Katzen gewonnen wurden, in etwas Flüssigkeit mit einer Schlundsonde verabreicht. Die anderen Meerschweinchen erhalten Flüssigkeit ohne Oozyten.

Die Tiere werden täglich begutachtet, wobei unter anderem ihr Verhalten, ihr Ernährungszustand und ihr Fell nach einem Punkteschema bewertet werden.

Die Meerschweinchen werden mit ihren ungeborenen Jungen zu verschiedenen Zeitpunkten (10 Tage, 17 Tage oder 25 Tage nach der Infektion) durch Injektion eines Tötungsmittels in die Bauchhöhle getötet. Den Muttertieren werden Proben aus dem Herzen, der Leber und der Milz entnommen. Die ungeborenen Meerschweinchen werden aus ihrer Mutter entnommen und es werden Gewebe aus ihrem Gehirn und verschiedenen Organen entnommen und untersucht. Im Gehirn eines Teils der Embryonen zeigen sich Fehlentwicklungen eines Teils der Großhirnrinde mit verringerter Zahl an Nervenzellen.

Die Arbeiten wurden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die Universität Leipzig gefördert.

Bereich: Parasitologie

Originaltitel: Reduced neural progenitor cell count and cortical neurogenesis in guinea pigs congenitally infected with Toxoplasma gondii

Autoren: Thomas Grochow (1,2), Britta Beck (1,2), Zaida Rentería-Solís (2), Gereon Schares (3), Pavlo Maksimov (3), Christina Strube (4), Lisa Raqué (5), Johannes Kacza (6), Arwid Daugschies (2), Simone A. Fietz (1)*

Institute: (1) Funktionelle Histologie und Embryologie, Veterinär-Anatomisches Institut, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 43, 04103 Leipzig, (2) Institut für Parasitologie, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 35, 04103 Leipzig, (3) Nationales Referenzlabor für Toxoplasmose, Institut für Epidemiologie (IfE), Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, Greifswald Insel Riems, (4) Institut für Parasitologie, Forschungszentrum für Infektionsmedizin, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 17, Gebäude 217, 30559 Hannover, (5) Tierarztpraxis Raqué, Leipzig, (6) BioImaging Core Facility Leipzig, Veterinärmedizinische Fakultät, Universität Leipzig, Leipzig

Zeitschrift: Communications Biology 2023; 6: 1209

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5725



Dokument 42

Titel: Eine Einzeldosis AC102 stellt das Gehör in einem Meerschweinchen-Modell für durch Lärm hervorgerufenen Hörverlust fast auf dem Niveau vor dem Schalltrauma wieder her
Hintergrund: Es wird für Meerschweinchen geprüft, ob die Verabreichung einer Testsubstanz ins Mittelohr sich positiv auf die Folgen eines Lärmtraumas auswirkt. Die Testsubstanz befindet sich bereits in der klinischen Prüfung an Patienten.
Tiere: 68 Meerschweinchen (mindestens)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden vom Senat Berlin, vermutlich durch Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (LAGeSo), unter der Nummer G0199/15, A0187/17 genehmigt. Die verwendeten Meerschweinchen stammen aus der Versuchstierzucht Envigo.

Die Meerschweinchen werden narkotisiert. Ihnen werden verschiedene Töne in verschiedenen Lautstärken vorgespielt. Die Hörschwelle wird ermittelt, wozu üblicherweise über drei auf dem Scheitel, hinter der Ohrmuschel und an einer Körperseite unter die Haut gestochene Elektroden die Hirnströme gemessen werden.

Drei Tage danach werden die Meerschweinchen erneut narkotisiert und in eine schallisolierte Kammer gelegt. Das rechte Ohr der Tiere wird mit einem Pfropfen verschlossen. Über einen Lautsprecher, der sich 25 cm vom linken Ohr der Tiere entfernt befindet, wird den Tieren bis zu eine Stunde lang ein bis zu 125 Dezibel lautes Geräusch vorgespielt. Die Lautstärke entspricht in etwa der eines Flugzeugstarts. Dadurch wird das Gehör der Meerschweinchen geschädigt. Bei einem Teil der Meerschweinchen wird kein Lärmtrauma verursacht, sie dienen als Kontrollgruppe. Nach der Lärmbehandlung wird erneut die Hörschwelle der Meerschweinchen bestimmt.

Eine Stunde nach dem Lärmtrauma wird Gruppen von Meerschweinchen ein Gel, welches entweder eine Testsubstanz enthält oder ein Gel ohne Testsubstanz in einen Hohlraum des Mittelohrs verabreicht. Dazu wird die Haut hinter dem Ohr aufgeschnitten und das Mittelohr geöffnet. Das Gel wird mit einer Spritze in eine knöcherne Ausbuchtung des Mittelohrs gefüllt. Das Mittelohr wird mit Zahnzement verschlossen und die Haut vernäht. Bei einem Teil der Tiere wird die Verabreichung des Gels 3 Tage nach dem Lärmtrauma wiederholt. Bei einer anderen Gruppe wird ebenso ein Gel eingebracht, allerdings einen Tag nach dem Lärmtrauma oder aber 3 und 6 Tage nach dem Lärmtrauma.

14 Tage nach dem Lärmtrauma werden die Meerschweinchen erneut narkotisiert und ihre Hörschwelle wird bestimmt. Dann werden die Tiere durch Enthaupten getötet. Das Schläfenbein der Tiere wird entnommen; daraus werden die Gehörschnecken präpariert und untersucht.

Bereich: Hörforschung

Originaltitel: A single dose of AC102 restores hearing in a guinea pig model of noise-induced hearing loss to almost prenoise levels

Autoren: Hans Rommelspacher (1), Sujoy Bera (1), Benedikt Brommer (1), Rachael Ward (1), Monika Kwiatkowska (1), Tomasz Zygmunt (1), Florian Theden (1), Berk Üsekes (1,2), Neriman Eren (1,2), Michael Nieratschker (3), Christoph Arnoldner (3), Stefan K. Plontke (4), Julian Hellmann-Regen (2), Reimar Schlingensiepen (1)*

Institute: (1) AudioCure Pharma GmbH, Schlegelstraße 9, 10115 Berlin, (2) Arbeitsbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie, Klinische Neurobiologie, Charité - Universitätsmedizin Berlin, Kooperationspartner der Freien Universität Berlin und Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin, (3) Universitätsklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenkrankheiten, Medizinische Universität Wien, Wien, Österreich, (4) Universitätsklinik und Poliklinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Halle

Zeitschrift: PNAS 2024; 121 (15): e2314763121

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5724



Dokument 43

Titel: Kältestimulation ist möglich und verursacht bei gesunden, schmerzfreien Hunden eine begrenzte Abwehr
Hintergrund: Es wird untersucht, ob sich Kältestimulationen an Hunden durchführen lassen oder ob sich die Tiere dagegen wehren. Die Kältebehandlung soll später dazu dienen, neuropathische Schmerzen bei erkrankten Tieren bewerten zu können. Eingesetzt werden dafür gesunde Beagle, die es durch ihr Leben als Versuchstier gewöhnt sind, untersucht und in Versuchen eingesetzt zu werden. Die Autoren merken an, dass es sein kann, dass die Hunde deshalb mit wenigen Abwehrreaktionen auf die Behandlung reagieren. Sie schlagen daher vor, weitere Versuche mit kranken Hunden durchzuführen.
Tiere: 10 Hunde (Beagle)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter der Nummer 33.14-42502-04-14/1547 genehmigt und zwischen dem 10.01.2022 und 07.02.2022 durchgeführt. Die Hunde stammen aus dem Bestand der Tierärztliche Hochschule Hannover und sind 3 bzw. 6 Jahre alt.

Die Hunde werden in drei Gruppen aufgeteilt. Während der Versuche sind die Hunde einer Gruppe zusammen im Labor; die Hunde, an denen gerade nicht experimentiert wird, sitzen in einem Laufstall für Kinder.

Es werden jeweils vier verschiedene Kältebehandlungen an vier verschiedenen Körperregionen (Nacken, Lendenwirbelregion, Ellbogen und Knie) durchgeführt. Vor dem ersten Versuch werden die Hautstellen geschoren. Die Versuche werden von zwei Experimentatoren durchgeführt. Einer von ihnen drückt ein Kühlelement von 2 x 2 cm Größe auf die Haut des Hundes. Der andere startet dann die Abkühlung des Kühlelements an einem Computer.

Jede der Hautstellen wird dreimal getestet, wobei zwischen den einzelnen Versuchen gewartet wird, bis sich die Haut wieder erwärmt hat. Bei einer der Behandlungen hat das Kühlelement eine Temperatur von 11°C und liegt für 60 Sekunden auf der Haut auf. Bei den anderen Kältebehandlungen hat das Kühlelement zu Beginn des Versuchs eine Temperatur von 32 °C und wird dann unterschiedlich schnell auf 10 °C abgekühlt. Zusätzlich werden in jedem Versuch einige Messungen durchgeführt, bei denen das Kühlelement auf die Haut des Hundes aufgebracht aber nicht abgekühlt wird.

Wenn ein Hund sich gegen die Kältebehandlung wehrt, etwa indem er seinen Körper oder Körperteile vom Kühlelement wegbewegt, jault, winselt, oder heult, wird das Kühlelement entfernt. Gemessen wird die Zeit bis die Hunde beginnen, sich gegen die Behandlung zu wehren. Tun sie dies nicht, wird die Kältebehandlung nach 60 Sekunden beendet. Die Reaktion der Hunde wird mit einem Punkteschema bewertet, das von 0 Punkten (keine Abwehr, kein Festhalten nötig) bis zu 5 Punkten (starke Abwehr, sodass die Messung nicht wie geplant durchgeführt werden kann) reicht.

Die Versuche werden eine Woche später und 4 Wochen später wiederholt. Insgesamt werden 1.440 Messungen durchgeführt, also 144 pro Hund. Bei 15 % der Messungen müssen die Hunde für die Messung festgehalten werden. 9 Messungen werden mit 3 Punkte bewertet, das bedeutet, dass die Hunde mit deutlichem Druck festgehalten werden müssen.

Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht erwähnt, vermutlich werden sie in weiteren Versuchen eingesetzt.

Die Arbeiten erhielten keine Förderung.

Bereich: Tiermedizin

Originaltitel: Cold stimulation is feasible and has limited aversiveness in healthy, pain-free dogs

Autoren: Liza Wittenberg-Voges (1)*, Julien Delarocque (1), Sabine BR Kästner (2), Alexandra Schütter (2)

Institute: (1) Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, Gebäude 282, 30559 Hannover, (2) Klinik für Kleintiere, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: American Journal of Veterinary Research 2024; 85(1): ajvr.23.07.0169

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5723



Dokument 44

Titel: Asundexian hat keinen Einfluss auf die Repolarisation des Herzens
Hintergrund: Für einen Wirkstoff, welcher der Vorbeugung von Schlaganfällen dienen soll, soll herausgefunden werden, ob er zu Herzrhythmusstörungen führt. Der Wirkstoff wurde bereits in mehreren Phase 2 Studien an einer größeren Zahl von Menschen getestet und eine Phase 3 Studie wird derzeit durchgeführt. Trotz dieser Vielzahl humaner Daten werden Versuche mit Hunden durchgeführt, obwohl bekannt ist, dass Hunde den zu testenden Wirkstoff anders verstoffwechseln als Menschen.
Tiere: 7 Hunde (mindestens 7 Beagle)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden bei der Bayer AG in der GLP-Prüfeinrichtung Early Development Bayer durchgeführt.

Es werden 4 Hunde eingesetzt, bei denen sogenannte Telemetrie-Sensoren implantiert sind. Die Sensoren werden üblicherweise in einer Operation in die Hauptschlagader (Aorta) eingebracht. Zusätzlich werden Kabel des Sensors direkt am Herzen angebracht. Mit dem Sensor können Blutdruck und andere Messwerte am wachen Hund gemessen werden. Die Operation wird in der vorliegenden Veröffentlichung nicht beschrieben; vermutlich wurden die Sensoren bereits für vorausgegangene Versuche implantiert.

Jeweils einem Hund wird ein Wirkstoff in einer von drei Mengen oder ein wirkstoffloses Placebo oral verabreicht. Ob dies direkt oder mit einer Schlundsonde erfolgt, wird nicht erwähnt. 16 Stunden lang wird dann die Herzrate, der Blutdruck, weitere Blutwerte sowie die Körpertemperatur gemessen und die Bewegungsaktivität beobachtet.

Jeder der 4 Hunde durchläuft den Versuch viermal, wobei einmal das Placebo, und einmal jede der 3 Wirkstoffmengen verabreicht werden. Üblicherweise liegt bei solchen Versuchen zwischen den einzelnen Teilversuchen ein gewisser Zeitraum, in dem der im Vorversuch verabreichte Wirkstoff vom Körper der Hunde ausgeschieden wird. Wie lang dieser Zeitraum im vorliegenden Versuch ist, wird nicht erwähnt.

Zusätzlich wird der Wirkstoff weiteren Hunden verabreicht. Auch dabei werden die verschiedenen Mengen an Wirkstoff verwendet. Vor der Verabreichung des Wirkstoffs sowie 1, 3, 7 und 24 Stunden danach werden den Hunden Blutproben entnommen.

Das weitere Schicksal der Hunde wird nicht beschrieben, vermutlich werden sie in weiteren Versuchen eingesetzt.

Die Versuche wurden durch die Bayer AG finanziert.

Bereich: Pharmakologie, Toxikologie, Herz-Kreislauf-Forschung

Originaltitel: No influence of asundexian on cardiac repolarization

Autoren: Christine Brase (1)*, Friederike Kanefendt (1), Stephanie Loewen (2),Herbert Himmel (3), Sebastian Schmitz (4)

Institute: (1) Clinical Pharmacology, Bayer AG, Friedrich-Ebert-Straße 217/333, 42117 Wuppertal, (2) Chrestos Concept GmbH & Co. KG, Essen, (3) Research & Development, Pharmaceuticals Safety Pharmacology, Bayer AG, Wuppertal, (4) Research and Early Development, Statistics, Bayer AG, Wuppertal

Zeitschrift: Clinical Pharmacology in Drug Development 2024; 13(3): 265-280

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5722



Dokument 45

Titel: Die lokale Gabe von Carbachol ruft eine orale mikrovaskuläre Rekrutierung hervor und verbessert die Sauerstoffversorgung des Magengewebes während eines Blutungsschocks bei Hunden
Hintergrund: Der Einfluss verschiedener Wirkstoffe und Wirkstoffkombinationen auf die Durchblutung der Schleimhaut von Magen und Mund wird für Hunde untersucht, bei denen durch Entnahme einer großen Blutmenge ein Blutungsschock hervorgerufen wurde.
Tiere: 5 Hunde (Foxhounds)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (Recklinghausen) unter der Nummer AZ 84-02.04.2012.A152 genehmigt.

Die 5 Hunde sind weiblich, zwischen 3 und 10 Jahre alt und wurden im Vorfeld der hier beschriebenen Experimente bereits für andere invasive Versuche eingesetzt. Im Rahmen dieser vorausgegangenen Versuche wurde die Haut des Halses der Hunde so aufgeschnitten, dass zwei Hautstreifen entstehen. Die Halsschlagadern wurden freigelegt, in die Hautstreifen gelegt und in ihnen vernäht. Die so entstandenen Hautschläuche dienen dazu, dass die darin eingenähten Adern leichter erreichbar sind und werden auch in dem hier beschriebenen Versuch genutzt. Die Hunde werden an der Zentralen Einrichtung für Tierforschung und wissenschaftliche Tierschutzaufgaben (ZETT) der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf gehalten.

Zwölf Stunden vor den Versuchen wird den Hunden das Futter entzogen. Die Hunde werden narkotisiert. In die linke Halsschlagader, die in einem Hautschlauch vernäht ist und sich so außerhalb des Körpers befindet, wird ein Katheter (Plastikschlauch) zur Blutdruckmessung gelegt. Der Katheter enthält auch ein Thermometer.

Den Hunden wird ein dünner Schlauch durch die Speiseröhre in den Magen geschoben. Durch den Schlauch wird jeweils einem Hund 30 Minuten nach Beginn des Versuchs einer von drei Wirkstoffen, eine von zwei Wirkstoffkombinationen oder eine Kochsalzlösung in den Magen gegeben. Gleichzeitig wird dieselbe Flüssigkeit auch in den Mund verabreicht. 30 Minuten nach Beginn der Wirkstoffverabreichung wird den Hunden innerhalb von 5 Minuten durch eine Kanüle und den Katheter in der Halsschlagader etwa 20% ihres Blutes entnommen. Die Hunde erleiden dadurch einen Blutungsschock.

Während der Versuche wird die Herzfrequenz der Hunde gemessen. Alle 30 Minuten werden den Hunden 10 ml kalte Kochsalzlösung in eine Vene eines Vorderbeins injiziert. Die dadurch entstehende Temperaturänderung des Blutes wird mit dem Katheter in der Halsschlagader bestimmt. Die Schleimhaut des Magens wird mit bildgebenden Verfahren über den in den Magen laufenden Schlauch beobachtet. Die Schleimhaut des Mundes wird videomikroskopisch untersucht.

Eine Stunde nach der Entnahme wird den Hunden ihr zuvor entnommenes Blut wieder infundiert. Jeder der Hunde durchläuft den Versuch insgesamt sechsmal, wobei jedes Mal ein anderer Wirkstoff/eine andere Wirkstoffkombination oder die Kochsalzlösung verabreicht wird. Zwischen den einzelnen Versuchen liegen mindestens 3 Wochen.

Nach Abschluss der Versuchsreihe verbleiben die Hunde in der Tierhaltung der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und werden bzw. wurden vermutlich für weitere Versuche eingesetzt. Seit 2018 werden an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf angeblich keine Versuche mehr an Hunden durchgeführt. Die Genehmigungsnummer deutet auf das Jahr 2012 hin.

Die Arbeiten erhielten keine finanzielle Förderung.

Bereich: Intensivmedizin, Schockforschung

Originaltitel: Local carbachol application induces oral microvascular recruitment and improves gastric tissue oxygenation during hemorrhagic shock in dogs

Autoren: Stefan Hof*, Lara Lingens, Marius Michels, Carsten Marcus, Anne Kuebart, Anna Herminghaus, Inge Bauer, Olaf Picker, Richard Truse, Christian Vollmer

Institute: Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Düsseldorf, Moorenstr. 5, 40225 Düsseldorf

Zeitschrift: Frontiers in Immunology 2024; 15: 1369617

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5721



Dokument 46

Titel: Nährstoffzusammensetzung und Futterhygiene von Luzerne, Vergleich der Futteraufnahme und ausgewählter Stoffwechselparameter bei Pferden, die mit Luzerneheulage, Luzerneheu oder Wiesenheu gefüttert wurden
Hintergrund: Es wird untersucht, ob sich Luzerne zur Fütterung von Pferden eignet. Hintergrund der Versuche ist es, dass bedingt durch den Klimawandel mehr Dürren erwartet werden und die Luzerne Trockenheit besser verträgt, wodurch ein Mangel an Wiesenheu ausgeglichen werden soll.
Tiere: 11 Pferde (Warmblüter)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Tübingen unter TVA–Nr. Marbach 01/21 G genehmigt. Sie werden zwischen November 2021 und April 2022 am Haupt- und Landgestüt Marbach, dem Landgestüt des Landes Baden-Württemberg, durchgeführt. Es werden 11 Wallache eingesetzt, die einzeln in Boxen gehalten werden. Während der Versuchsdauer werden die Pferde einmal pro Tag für 30 Minuten nach einem standardisierten Ablauf geritten. Einmal pro Woche dürfen sie für 3 Stunden auf eine schneebedeckte Weide.

Drei Gruppen von Pferden erhalten über einen Zeitraum von drei Wochen dreimal täglich jeweils Luzernenheu, Luzernenheulage oder Wiesenheu. Es wird ermittelt, wie viel von dem Futter sie zu sich nehmen. Zusätzlich zu dem experimentellen Futter erhalten sie definierte Mengen Hafer und ein Mineralien-Gemisch. Nach Ende eines dreiwöchigen Fütterungsversuch erhalten alle Tiere zwei Wochen lang ein definiertes Futter, dass einen festen Anteil an Wiesenheu enthält. Dann wird ein neuer Fütterungsversuch gestartet, so dass jedes Pferd jeweils drei Wochen lang jedes der drei Futtermittel erhält.

Jeweils zu Beginn und am Ende der Fütterungsphasen mit den drei Futtermitteln wird eine Blutprobe aus einer Halsvene genommen und es werden Stuhlproben gesammelt. Täglich wird während der Fütterung eine Urinprobe aufgefangen. Die Pferde werden vor Beginn des Fütterungsversuchs, 7 Tage und 14 Tage nach Beginn des Fütterungsversuchs gewogen.

Das weitere Schicksal der Pferde wird nicht beschrieben. Vermutlich werden sie in weiteren Versuchen eingesetzt.

Die Arbeiten wurden durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gefördert.

Bereich: Tierernährung, Tierhaltung

Originaltitel: Nutrient composition and feed hygiene of alfalfa, comparison of feed intake and selected metabolic parameters in horses fed alfalfa haylage, alfalfa hay or meadow hay

Autoren: Marlene Köninger (1,2), Astrid von Velsen-Zerweck (2), Carolin Eiberger (2), Christof Löffler (3), Anja Töpper (4), Christian Visscher (5), Bernd Reckels (5), Ingrid Vervuert (1)*

Institute: (1) Institut für Tierernährung, Ernährungsschäden und Diätetik, Universität Leipzig, An den Tierkliniken 9, 04103 Leipzig, (2) Haupt- und Landgestüt Marbach, Gestütshof 1, 72532 Gomadingen-Marbach, (3) Landwirtschaftliches Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW), Aulendorf, (4) Landwirtschaftliches Technologiezentrum Augustenberg, Karlsruhe, (5) Institut für Tierernährung, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Hannover

Zeitschrift: Animals 2024; 14(6): 889

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5720



Dokument 47

Titel: Bewertung der Insulin-Fehlregulation bei Pferden: Ein zweistufiger Insulintoleranztest mit Schweinezinkinsulin
Hintergrund: Es wird untersucht, ob sich in einem diagnostischen Test für Pferde menschliches Insulin durch aus Schweinen gewonnenes Insulin ersetzen lässt.
Tiere: 12 Pferde (Islandpferde)
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) unter der Nummer 33.19–42502–04–18/3006 genehmigt.

Die 12 Islandpferde sind zwischen 15 und 29 Jahre alt und gehören der Tierärztlichen Hochschule Hannover. Bei drei der zwölf Pferde wurde vor den hier beschriebenen Versuchen eine Stoffwechselstörung festgestellt, die unter anderem häufig zu einer Fehlregulierung des Hormons Insulin führt. Diese Pferde erhalten ein Medikament zur symptomatischen Behandlung ihrer Erkrankung.

Den Pferden wird über Nacht das Futter entzogen und es wird eine Blutprobe genommen. Ihnen wird ein dünner Schlauch durch ein Nasenloch bis in den Magen geschoben. Durch den Schlauch werden den Pferden 2 Liter lauwarme Zuckerlösung in den Magen verabreicht. Über einen Zeitraum von 4 Stunden wird ihnen alle 30 Minuten Blut genommen und der Insulingehalt des Blutes bestimmt.

Es wird ein sogenannter Insulintoleranz-Test durchgeführt. Dazu werden den Tieren rechts und links am Hals Katheter (Plastikschläuche) in die Halsvenen geschoben. Durch einen der Katheter wird Blut entnommen. Durch den zweiten Katheter wird den Pferden Insulin verabreicht. 30 Minuten später erhalten sie durch denselben Katheter eine Zuckerlösung, um eine Unterzuckerung zu vermeiden. Durch den anderen Katheter wird innerhalb von 3 Stunden 12-mal Blut abgenommen. Zu den Zeitpunkten der Blutabnahme werden die Pferde auf Anzeichen einer Unterzuckerung untersucht.

Jedes Pferd durchläuft den Test zweimal, einmal mit menschlichen und einmal mit Schweineinsulin. Zwischen den beiden Tests liegen 2 Tage. Bei den Versuchen wird bei 9 von 12 Pferden eine Unterzuckerung beobachtet.

Eine Förderung der Arbeit wird nicht erwähnt.

Bereich: Tiermedizin

Originaltitel: Evaluating insulindysregulation in horses: A two-step insulin-tolerance test using porcine zinc insulin

Autoren: Anne Julia Grob (1)*, Julien Delarocque (1), Karsten Feige (1), Tobias Warnken (1,2)

Institute: (1) Klinik für Pferde, Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Bünteweg 9, 30559 Hannover, (2) Boehringer Ingelheim Vetmedica GmbH, Ingelheim am Rhein

Zeitschrift: The Veterinary Journal 2024; 306: 106172

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5719



Dokument 48

Titel: Haben enge Nasenriemen Auswirkungen auf die oberen Atemwege von Pferden?
Hintergrund: Es wird untersucht, ob ein enges Nasenband bei Pferden zu Einschränkungen beim Atmen führt. Dass ein enges Nasenband Stress und Schmerzen hervorruft, ist aus vorangegangenen Versuchern bereits bekannt. Hintergrund der Untersuchungen ist das öffentliche Interesse am Tierwohl im Pferdesport.
Tiere: 16 Pferde
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch die Regierung von Oberbayern unter der Nummer AZ ROB-55.2-2532.Vet 02-21-100 im Februar 2022 genehmigt.

Die 16 Pferde sind zwischen 3 und 12 Jahren alt, stammen aus dem Haupt- und Landgestüt Schwaiganger in Ohlstadt und werden im Lehrbetrieb eingesetzt.

Die Pferde werden an zwei aufeinander folgenden Tagen nach einem genau geplanten Ablauf 30 Minuten lang geritten. Einmal werden sie mit einem lockeren Nasenband und einmal mit einem fest angezogenen Nasenband geritten. Das lose Nasenband sitzt dabei so, dass zwei Finger zwischen Nasenband und Nase des Pferdes passen. Beim festen Nasenband ist kein Platz zwischen Band und Nase und das Pferd kann den Mund nicht öffnen.

Vor dem Ritt werden den Pferden Endoskope durch das rechte Nasenloch bis in den Rachen geschoben und bleiben während des Ritts dort. Dabei handelt es sich um Schläuche, in denen sich eine Videokamera befindet, mit der unter anderem beobachtet wird, wie oft das Pferd schluckt, wie viel Speichel es produziert und ob sich die Luftwege des Tieres verengen oder blockiert werden. Bei dem Ritt mit engem Nasenband wird ein stärkeres Speicheln und eine Verengung der Atemwege beobachtet.

Während der Versuche werden die Pferde gefilmt und ihre Körpersprache und ihr Gesichtsausdruck wird nach einem Punkteschema bewertet, welches Ausdruck über Schmerzen und Stress der Tiere geben soll. Es können 0 bis 24 Punkte vergeben werden, wobei 8 Punkte beispielsweise bei Schmerzen im Bewegungsapparat erreicht werden. In den Versuchen erzielen die Pferde mit dem engen Nasenband eine höhere Punktzahl (im Schnitt 6,4 Punkte) als die Pferde mit dem lockeren Nasenband.

Es ist davon auszugehen, dass die Pferde in weiteren Versuchen und in der Ausbildung eingesetzt werden.

Die Arbeiten erhielten keine Förderung.

Bereich: Tierhaltung, Tierschutz

Originaltitel: Do tight nosebands have an effect on the upper airways of horses?

Autoren: Dominik Scholler (1), Jana Wittenberg (2), Yury Zablotski (3), Anna May (1)*

Institute: (1) Klinik für Pferde, Ludwig-Maximilians-Universität München, Sonnenstr. 14, 85764 Oberschleißheim, (2) Pferdeklinik, Freie Universität Berlin, Berlin, (3) Klinik für Wiederkäuer, Ludwig-Maximilians-Universität München, Oberschleißheim

Zeitschrift: Veterinary Medicine and Science 2024; 10(4): e1478

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5718



Dokument 49

Titel: Die mongolische Rennmaus als fortschrittliches Modell zur Erforschung der Physiologie des Zapfensystems
Hintergrund: Es wird geprüft, ob sich Gerbils als sogenanntes Tiermodell für bestimmte Augenerkrankungen besser eignen als Mäuse. Die Autoren merken an, dass die Untersuchung menschlicher Augenerkrankungen beim Gerbil nicht möglich ist. Dies soll jedoch in Zukunft durch genetische Veränderung der Gerbils möglich werden.
Tiere: 9 Gerbils
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch das Regierungspräsidium Tübingen genehmigt. Die Gerbils sind zum Zeitpunkt der Versuche 2 – 3 Monate alt. Zusätzlich werden Daten aus zuvor durchgeführten Versuchen mit Mäusen verwendet.

Die Gerbils werden durch Injektion von Narkosemitteln unter die Haut narkotisiert. Ihnen wird ein Wirkstoff in die Augen geträufelt, der die Pupillen weitet und sie werden in Bauchlage auf ein Heizkissen gelegt. Zwei ringförmige Elektroden werden auf die Hornhaut ihrer Augen aufgebracht. Zusätzlich werden zwei nadelförmige Elektroden verwendet. Wo und wie sie positioniert werden, wird nicht erwähnt. Vermutlich werden sie den Tieren unter die Haut gestochen. Den Gerbils werden dann verschieden helle Blitzlicht-Serien und ein flackerndes Licht in die Augen geleuchtet. Währenddessen wird mit Hilfe der Elektroden die elektrische Reaktion am Auge gemessen. In einem weiteren Versuchsteil wird ein Teil der Gerbils ebenso narkotisiert und ihre Pupillen werden geweitet. Dann wird ihnen eine speziell angefertigte Kontaktlinse in die Augen eingesetzt und die Augen werden mit einem bildgebenden Verfahren untersucht.

Einem Teil der Tiere wird einer von zwei verschiedenen Farbstoffen unter die Haut gespritzt. Zusätzlich werden ihnen Partikel einer definierten Größe ins Auge gespritzt, die als Größenvergleich dienen. Die Augen werden mit einem bildgebenden Verfahren untersucht.

Am Ende der Versuche werden bei mindestem zwei der Gerbils die Augen entnommen und feingeweblich untersucht. Es ist davon auszugehen, dass die Gerbils zuvor getötet werden. Wie sie getötet werden wird nicht erwähnt. Das Schicksal der anderen Gerbils wird nicht beschrieben.

Die Arbeiten wurden durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.

Bereich: Sehforschung, Augenheilkunde

Originaltitel: The Mongolian gerbil as an advanced model to study cone system physiology

Autoren: Alexander Günter*, Soumaya Belhadj, Mathias W. Seeliger, Regine Mühlfriedel

Institute: Forschungslabor Neurodegeneration des Auges, Forschungsinstitut für Augenheilkunde, Universitätsklinikum Tübingen, Universität Tübingen, Elfriede-Aulhorn-Straße 7, 72076 Tübingen

Zeitschrift: Frontiers in Cellular Neuroscience 2024; 18: 1339282

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5717



Dokument 50

Titel: Single-Unit-Daten für die sensorischen Neurowissenschaften: Reaktionen des Hörnervs von jungen ausgewachsenen und alternden Rennmäusen
Hintergrund: Die Auswirkungen von altersbedingtem Hörverlust auf die Aktivität einzelner Hörnervenfasern wird für Gerbils bestimmt.
Tiere: 104 Gerbils ( )
Jahr: 2024

Versuchsbeschreibung: Die Versuche werden durch eine Behörde in Niedersachsen, vermutlich handelt es sich dabei um das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES), unter den Nummern 33.9-42502-04-11/0337, 33.19-42502-04-15/1990 und 33.19-42502-04-21/3695 genehmigt.

Die 104 Gerbils (Wüstenrennmäuse) stammen aus der Zucht der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Die Tiere aus der diese Zucht hervorging, wurden 2009 bei der Versuchstierzucht Charles River Laboratories gekauft. Zum Zeitpunkt der eigentlichen Versuche sind die Gerbils unterschiedlich alt, entweder unter 12 Monate, 12-36 Monate oder über 36 Monate. In der Zucht der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg erreicht nur etwa die Hälfte der Gerbils ein Alter von 36 Monaten.

Die Gerbils werden durch Injektion von Narkosemitteln in die Bauchhöhle narkotisiert und ihnen wird ein Schmerzmittel gespritzt. Bei einem Teil der Tiere wird ein Luftröhrenschnitt gesetzt, damit sie während der Operation atmen können. 78 von 104 Gerbils erhalten zusätzlichen Sauerstoff. Den Gerbils werden nadelförmige Elektroden in Muskeln eines Vorder- und eines Hinterbeins gesteckt, über die die Narkosetiefe verfolgt wird.

Den Gerbils werden nadelförmige Elektroden am Gehörgang und in den Nackenmuskel unter die Haut gestochen. Ihnen werden Geräusche vorgespielt und mit den Elektroden wird die Aktivität des Hirnstamms gemessen.

Der Kopf der Tiere wird in einem sogenannten stereotaktischen Rahmen fixiert. Die Kopfhalterung wird mit zahnmedizinischem Zement am freigelegten vorderen Schädelknochen der Gerbils befestigt. Es wird eine Öffnung in das Mittelohr gebohrt. Die Ohrmuschel wird entfernt, so dass der knöcherne Gehörgang freiliegt. Eine Halterung, die einen kleinen Lautsprecher und ein Mikrofon enthält, wird direkt auf dem Gehörgang positioniert und mit Vaseline abgedeckt.

Der Schädel wird auf der rechten Seite geöffnet, indem Knochen des Hinterkopfs, des Scheitelbeins und des Schläfenbeins entfernt werden. Die Hirnhaut wird geöffnet und Teile des Gehirns werden abgesaugt, bis der Hirnstamm frei liegt. Der Hörnerv wird freigelegt, indem Bällchen aus mit Kochsalzlösung getränkten Papiertüchern zwischen Hirnstamm und Schläfenbein positioniert werden.

Den Tieren werden Glaselektroden durch das Kleinhirn hindurch direkt über den Gehörnerv geschoben. Über den Lautsprecher wird den Gerbils ein Geräusch vorgespielt. Währenddessen wird die Elektrode tiefer in den Hörnerv gesteckt und die Aktivität der Nervenzellen gemessen. Die Elektrode wird langsam weiter durch den Nerv geschoben. Diese Messungen werden so lange durchgeführt, wie die „chirurgische Präparation“, womit die Gerbils gemeint sein dürften, stabil ist.

Bei den älteren Gerbils gelingt es nur bei 43 % der Tiere, die Aktivität der Hörnervenzellen zu bestimmen. Als Gründe gibt die Experimentatorin an, dass die Tiere früh im Experiment aufgrund einer instabilen Anästhesie an Herzversagen sterben, oder dass die Tiere ertaubt sind.

Einmal pro Stunde werden den Gerbils erneut Narkosemittel unter die Haut gespritzt. Zusätzlich erhalten sie weitere Narkosemittel, wenn sie Reflexe an den Hinterpfoten zeigen.

Ob die Messungen so lange dauern, bis alle Gerbils sterben, oder ob die überlebenden Tiere am Ende der Versuche getötet werden, wird nicht erwähnt.

Die Arbeiten wurden durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert.

Bereich: Hörforschung, Neurologie

Originaltitel: Single-unit data for sensory neuroscience: Responses from the auditory nerve of young-adult and aging gerbils

Autoren: Amarins N. Heeringa

Institute: Forschungszentrum Neurosensorik und Exzellenzcluster „Hearing4all“, Department für Neurowissenschaften, Fakultät für Medizin und Gesundheitswissenschaften, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, Carl von Ossietzky Straße 9-11, 26129, Oldenburg

Zeitschrift: Scientific Data 2024; 11: 411

Land: Deutschland

Art der Veröffentlichung: Fachzeitschrift

Dokumenten-ID: 5716



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